Eine winterliche Traumwoche erlebte die mittlerweile 75köüfige Würzburger Sport-Inklusions-Gruppe in Ruhpolding. Es mangelte weder an Schnee noch verließ die Sonne die jungen Sportler bis zur Abreise.
Wieder dabei im alljährlichen Event, das bereits aufgrund seiner Einmaligkeit und Konstanz vom Bayerischen Innenministerium ausgezeichnet wurde, die Würzburger Christophorusschule, die Graf-zu-Bentheim-Schule für Blinde und Sehgeschädigte mit ihrer Berufsschulstufe und Mittelschul-Abschlussklasse, die Realschule Schweinfurt und Mitarbeiter der Werkstätten Bentheim, Mainfränkische und Eisingen.
Strahlender Sonnenschein sorgte für angenehme Verhältnisse auf den von den kalten Nächten hart gefrorenen Loipen. Eine Herausforderung, die von allen mutig in Angriff genommen wurde. Drei befreundete Langläufer aus der schwedischen Partnerstadt Umea boten dabei professionelle Hilfe. Höhepunkt war immer das Abschlussrennen, diesmal über 3,5 km auf der Inzeller Loipenrunde.
Gewohnt zuverlässig betreute Olympiasieger Fritz Fischer den als Biathlon ausgetragenen Wettkampf, bei dem alle ihr Bestes gaben. Weiterhin auf dem Freizeitprogramm standen eine Fackelwanderung mit Stockbrotgrillen am Lagerfeuer, abendliche Singkreise mit den Gitarristen Harvey Knörr und Theo Lucas sowie an der Cajon Markus Reuß. Es ertönten darüber hinaus auch rockige Songs wie "Hey Joe" oder "Knocking on heavens door". Tischtennis und Tischkicker wurden ebenso genutzt wie gemeinsame Spiele im großen Saal oder das traditionelle Schmink-Studio der Mädels der Christophorusschule. Den Abschluss bildete wie immer der Disco-Abend mit Lightshow, viel Musik und Bewegung.
Die nächste Fahrt nach Ruhpolding ist bereits für 2027 gebucht. Vielleicht steht dann wieder die heuer von britischen Soldaten belegte Chiemgau-Arena zur Verfügung, um den Biathlon-Wettkampf auf der Weltcup-Schießanlage durchführen zu können. Dafür stellte heuer der TSV Grombühl seine Laser-Waffen zur Verfügung. Der Dank der bunt gemischten Gruppe gilt allen ehrenamtlichen Betreuern und den Sponsoren wie Sparkassenstiftung, Bezirk, Fachbereich Sport, Stadtjugendring und Blindenobsorgeverein.

Schießeinlage von Olympiasieger Fritz Fischer (Foto: Christoph Hoffmann)

Start zum Abschlussrennen auf der Inzeller Loipe (Foto: Christoph Hoffmann)
Für 2024 hatte der Bezirk Unterfranken für die Bereiche Medien, Kultur, Soziales und Sport den großen Europa-Preis ausgeschrieben. Den 1. Platz – mit einem Preisgeld von 2.500 Euro - belegte die Laufgemeinschaft aufgrund ihres jahrzehntelangen Engagements für die Freundschaft in Europa.
Über 140 Begegnungen mit ca. 1500 Beteiligten zeigten deutlich den Umfang der Aktivitäten. Eingebunden waren seit 1986 Partnerstädte wie Caen, Dundee, Umea, Bray, Trutnov, sowie Caens englische sister city Portsmouth. Nach Starthilfen der einzelnen Stadtverwaltungen bewährt sich das Begegnungs-Projekt nun mehr und mehr in engen persönlichen Freundschaften.
Die Jury überzeugte auch die Nachhaltigkeit der freundschaftlichen Beziehungen. Regelmäßig trifft man sich in wechselnder Beteiligung in Würzburg zum alljährlichen Residenzlauf sowie kulturellen Unternehmungen im umliegenden Franken. Etliche Fotobücher für alle Beteiligten dokumentieren die langjährigen gemeinsamen Unternehmungen.
Seit vielen Jahren ist auch das Inklusions-Thema im europäischen Projekt der Laufgemeinschaft verankert. Sportliche Schüler des Blindeninstituts und engagierte Handicap-Sportler waren schon in allen Partnerstädten aktiv dabei.
Im kommenden Jahr wird auch die neue italienische Partnerstadt Syracusa auf Sizilien ins Begegnungs-Programm aufgenommen. Der von dort stammende Stadtrat Nuccio Pecoraro begleitet ebenso den Antrittsbesuch des Würzburger Sports im kommenden April wie auch Sportamtsleiter Jens Röder, Inklusions-Beauftragte des Sportbeirats Annette Wolz, Sportverbands-Präsident Christoph Hoffman sowie interessierte junge Sportler aus den Vereinen und der Würzburger Sportjugend. Insofern ist für dieses jahrzehntelange Projekt noch lange kein Ende in Sicht.

Für die LG nehmen den Preis entgegen (von links): Hans-Wilhelm Knörr (Englisch) , Hilke Hoffmann (Residenzlauf), Vroni Burger (Französisch) sowie der langjährige Vorsitzende Christoph Hoffmann.